"Ein Sextett soll den Fußball beim SVT wieder nach vorne bringen" Frischer Wind in der Fußballabteilung des SV Teutonia Coerde. Nach einigen Hochs und Tiefs soll es
in der neuen Saison kontinuierlich nach
oben gehen. Hierfür
haben sich eine Gruppe, um den Trainer der Seniorenfußballmannschaft
Marc Dillmann, von weiteren fünf Leuten zusammen
gefunden.
Da ist zunächst Georg Koch, der die letzten sechs Monate
das Amt des Abteilungsleiters Fußball schon kommissarisch inne hatte
und dieses weiterhin als Verbindungsmann zum Vorstand ausfüllen wird.
Kevin Logan wird als Co-Trainer Marc Dillmann zur Seite stehen. Martin
Christ, ebenso wie Georg Koch, noch aktiv am Ball in der Ü 50 des SVT,
wird sich um Werbung und Sponsoring für die Fußballabteilung einsetzen.
Dirk Schunke, ehemaliger Spieler der 1. Mannschaft, wird die Staffel-Termine
u.ä. wahrnehmen.
Die Juniorenfußballer werden organisatorisch von Sven Weidner geleitet, der
schon seit zwei Jahren als Koordinator Jugend tätig ist. Für
die Realisierung, dass jeweils ein Trainer und ein Co-Trainer je Jugendmannschaft
zur Verfügung stehen sollen, suchen wir noch engagierte Leute,
die gerne mit Kindern umgehen mögen. Langfristiges
Ziel ist, dass eine zweite Seniorenmannschaft gebildet wird
und bei den Juniorenfußballern alle Altersklassen besetzt werden.
A50 Jahre Sportverein Coerde
Volle 50 Jahre"Dienst an der Jugend"
Seit einem halben Jahrhundert gibt es den SV
Teutonia Coerde 60. Wie gleich mehrere Festredner bei der Jubiläumsfeier am
Samstagmorgen betonten, waren das vor allem 50 Jahre "Dienst an der
Jugend". Denn mit seinem Freizeit- und Breitensportangebot, so
Bürgermeister Holger Wigger, biete der SV Teutonia den Jugendlichen eine
attraktive und vor allem sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Somit ist das
Gründungs-ziel des Vereins auch nach 50 Jahren nicht aus den Augen verloren
worden.
Mit viel lobenden Worten, einer Diaschau und Musik
wurde das Jubiläum des SV Teutonia gefeiert.
Als sich die Mitglieder des Bürgervereins Coerde am 19. April 1960 in der
Gaststätte Holtmann zusammen setzten, wollten sie mit ihrem Sportverein
"die Kinder von den Straßen" holen. Der Verein erhielt damals den
Namen Schwarz-Weiß Coerde 60 und hatte einen weiten Weg mit vielen Höhen und
Tiefen zu gehen, um der Breitensportverein SV Teutonia Coerde mit mehr als 400
Mitgliedern zu werden.
Am Samstagmorgen hatte der Vereinsvorstand alle "Offiziellen" zu
Getränken, Plausch und Akkordeonmusik eingeladen. Rund 70 ehrenamtliche Helfer
des Vereins, Vertreter der Nachbarvereine, der Gemeinden und aus der Politik
folgten der Einladung ins Vereinsheim am Heidestadion. Wigger erinnerte daran,
wie der Verein in den 70ern mit "Glanz und Glorie" Erfolge im Fußball
feierte und mit großem Engagement ein Vereinsheim und eine Sportstätte
errichtete. Als dann die Sponsoren wegblieben und es auch sportlich bergab
ging, gelang es durch eine neue Schwerpunktsetzung im Breitensport, diesen
Tiefpunkt zu überwinden.
"Die Teutonen sind heute ein tragender Verein im Stadtteil", betonte
Wigger. Auch Hans-Joachim Temme erklärte als Vorsitzender des Stadtsportbunds,
der SV Teutonia sei ein starkes Stück Coerde und überreichte ein
"westfälisches Flachgeschenk" für die Jugendarbeit - ein Begriff, den
Benno Ittermann, Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen
prägte. Statt eines Flachgeschenks hatte Pfarrer Frank Beckmann im Namen der
Andreasgemeinde ein "Hochgeschenk" dabei - einen Apfelbaum. Nachdem
der SV Teutonia schon mit den beiden Coerder Gemeinden einen Maibaum
aufgestellt habe, wolle Beckmann auch dem Verein einen Baum für das Vereinshaus
schenken, damit sich der Verein in schweren Zeiten daran stärken könne. Richtig gefeiert wurde dann am Abend mit rund 200 Gästen.
MZ - C. Pfeifer
„Ein starkes Stück Coerde“
Mit einem offiziellen Empfang startete der SV Teutonia
Coerde sein Jubiläumsfest. Vorsitzender Christian Sauerland, Geschäftsführer
Werner Kirberich und der Kassierer Wolfgang Kons empfingen die geladenen Gäste im Clubheim im Waldstadion.
Bürgermeister Holger Wigger bescheinigte dem Coerder Sportverein eine
Vorbildfunktion im Stadtteil, lobte den „wunderschönen Sportplatz“ und das
ehrenamtliche und integrative Engagement des Vereins, der Kindern und
Jugendlichen eine sinnvolle und attraktive Freizeitgestaltung ermögliche.
Benno Ittermann vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen überreichte
Sauerland zum Jubiläum die Plakette des Deutschen Fußballbunds.
Geburtstagsrunde (v. l.): Teutonia-Geschäftsführer Werner Kirberich, Benno
Ittermann (Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen), Bürgermeister Holger
Wigger, Teutonia-Vorsitzender Christian Sauerland, Jochen Temme (Vorsitzender
des Stadtsportbunds), Teutonia-Kassierer Wolfgang Kons und Pfarrer Frank
Beckmann.Foto:kaj
Jochen Temme, Vorsitzender des Stadtsportbunds Münster, gratulierte Teutonia im
Namen von 197 Mitgliedsvereinen mit 87 000 Mitgliedern zum ersten halben
Jahrhundert. „Sportkundige wissen, was es bedeutet, 50 Jahre lang engagierte
Ehrenamtliche zu finden“, unterstrich Jochen Temme. Er wünschte weitere 50 gute
Jahre - für Münster und für Coerde: „Sport ist ein starkes Stück Münster,
Teutonia ist ein starkes Stück Coerde.“ Für die Jugendabteilung hatte er einen
gefüllten Umschlag mitgebracht - ein „westfälisches Flachgeschenk“.
Pfarrer Frank Beckmann gratulierte dem Kooperationspartner im Namen des
Presbyteriums der Andreas-Gemeinde. Der Pfarrer hatte ein eher ausladendes,
hochwüchsiges Geschenk dabei. Ganz im Sinne Martin Luthers, den Beckmann mit
den Worten zitierte: „Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch
einen Apfelbaum pflanzen.“ Das kann der SV Teutonia nun auch, es wird sich
sicher ein schöner Platz auf der Sportanlage für den jungen Baum finden lassen.
An die Gratulationen schloss sich nach einer entspannten Buffet-Pause ein
Lichtbildvortrag an. Christian Sauerland stellte die neue Chronik vor, die
eigens zum Jubiläum erschienen ist. Das Besondere: Es handelt sich um eine
reine Bilderchronik. Viele alte Fotos von Mannschaften, Fahrten, Freundschaftsspielen,
Festen und Feiern laden zum Ausflug in die vergangenen 50 Jahre ein. Weitere Fotos unter:
Ehrenmitglied Günter Mertens, hier mit Jack Russel
Toni, war bei der Gründung des Vereins 1960 in der Gaststätte Holtmann dabei.
Günter Mertens gehört zu den ersten Mitgliedern des SV
Teutonia. Gründungsmitglied war er streng genommen nicht: „Denn ich war noch zu
jung, unter 18, und saß im Zimmer nebenan“, erinnert sich das Ehrenmitglied des
Vereins schmunzelnd. Gegründet wurde der Verein am 19. April 1960 in der
Gaststätte Holtmann. Jetzt feiert Teutonia Jubiläum.
Schon 1959 gab es eine Gruppe von Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, die
auf der Wiese in Altcoerde am Bahndamm pöhlte. „Meist fünf gegen fünf“, erzählt
Mertens. „Dann wurden wir immer mehr und wechselten zum britischen Sportplatz.“
Die jungen Coerder spielten bald gegen die Kasernenmannschaften und wurden im
Laufe der Jahre auch zu den Winter- und Weihnachtsfesten eingeladen.
Zurück zum SV Teutonia, der als SV Schwarz-Weiß Coerde gegründet wurde.
Wappentier war damals ein Eichhörnchen, von denen es viele im Coerder Wäldchen
gegeben habe. Zum ersten Vorstand, erinnert sich Mertens, gehörten Otto Arendt,
August Tentie, Helmut Meißner und Horst Lörke.
Ede Schulz war die Seele des jungen Sportvereins. Mertens: „Er war Platzwart,
Betreuer und kümmerte sich um alles.“ Und Ede Schulz war gut in Form. Als die
junge A/B-Mannschaft zum Beispiel mit dem Lkw, ein 3,5 Tonner, zum
Auswärtsspiel nach Hüttrup fuhr, sei Ede Schulz mit dem Fahrrad schon mal
vorgefahren. Kein Problem.
Die Fußballer spielten bald die ersten Freundschaftsspiele in Enschede und im
Taunus. Und sie kannten nichts, spielten selbst im Winter. Ein altes Bild zeigt
die Mannen 1963 im verschneiten Westbevern. War das nicht etwas heftig? „Och -
das ging. Damals war ich ja noch jung, heute müsste das nicht mehr sein“, gibt
Günter Mertens lächelnd zu. Unvergessen bleibt ihm aus späteren Jahren der Sieg
der alten Herren gegen die erste Mannschaft. „Wir waren damals schon über 40
und 50 und haben trotzdem 3:2 gewonnen.“
1963 erbauten die Sportler in Eigenleistung eine Sportanlage. 1964 folgte das
Clubhaus. „Abends und nach Feierabend ging´s rüber, Steine fahren“, erinnert
sich Günter Mertens.
1971 fusionierte der SV Schwarz-Weiß Coerde mit dem SV Teutonia Vennheide: Es
entstand der SV Teutonia Münster 60. 1974 wurde mit einer
Leichtathletikveranstaltung eine neue Sportstätte eingeweiht, der heutige
Rasenplatz im Waldstadion. 1982 wurde der am Sportheim gelegene Rasenplatz zum
Hartplatz umgebaut. 1983 übernahm der Verein dann die Verwaltung und Pflege der
Sportanlage von der Stadt Münster. Der Hauptplatz wurde 1994 erneuert.
Seit 1987 setzt Teutonia auf den Breitensport, seit 2007 wird auch die
Junioren-Fußballabteilung wieder aufgebaut. Aktuell liegt der Schwerpunkt nach
wie vor auf dem Freizeit- und Breitensport. Beim SVT gibt es den ersten
Nordic-Walking-Pfad Münsters und, seit über 20 Jahren, eine Schachabteilung. Im Jahr 2000 erhielt der Sportverein seinen heutigen Namen: SV Teutonia Coerde
60. Der SV Teutonia bietet vielen Coerdern eine sportliche Heimat: Aktuell hat
der Sportverein 420 Mitglieder.